Warum können hohle Glasmikrokügelchen als Mattierungsmittel in Beschichtungen eingesetzt werden?
Der Hauptgrund, warum hohle Glasmikrokügelchen als Mattierungsmittel in Beschichtungen eingesetzt werden können, liegt in ihrer mikrometergroßen, sphärischen Hohlstruktur. Diese erzeugt nach der Filmbildung eine mikroskopische Oberflächenrauigkeit, die eine diffuse Lichtreflexion bewirkt. Zudem zeichnen sie sich durch geringe Ölaufnahme und minimale Verdickung aus.
Mattierungsmechanismus Oberflächenmikroaufrauung :
Die Partikelgröße der Mikrokügelchen (typischerweise 5–50 µm für optimale Mattierung) ist größer als die der Harzmoleküle. Während des Trocknens und Aushärtens ragen einige Partikel aus der Lackoberfläche heraus, wodurch die spiegelnde Glätte gestört wird und das einfallende Licht diffus statt spiegelnd reflektiert wird , was den Glanz mindert.
Brechungsindexanpassung und Streuung :
Der Brechungsindex von Glas (ca. 1,5) liegt nahe dem von gängigen Kunststoffen (1,4–1,6). Obwohl Glas eine hohe Transparenz aufweist, wird die Mattierung durch geometrische Streuung an physikalischen Erhebungen und nicht durch interne Streuung aufgrund von Brechungsindexunterschieden erzielt.
